Datenschutzbeauftragter und Sachverständiger für Datenschutz

Nicht nur im privaten Umfeld, sondern gerade auch am Arbeitsplatz spielt der Datenschutz im modernen Arbeits- und Wirtschaftsleben eine herausragende Rolle. Er ist nicht nur dann von Bedeutung, wenn die eigenen persönlichen Informationen zu Lohn und Gehalt oder zu Fehlzeiten und Krankheit gespeichert werden sollen: Auch in den täglichen Abläufen ist der Beschäftigtendatenschutz ein wichtiger Aspekt – wohl jeder erinnert sich an die Datenskandale rund um Supermarktketten, die ihre eigenen Mitarbeiter per Videokamera überwachen ließen.

Gerade vor dem Hintergrund der europäischen Datenschutzverordnung und der damit verbundenen empfindlichen Sanktionen für datenschutzrechtliche Verstöße ist die Kenntnis der Rechte und Pflichten aus dem Beschäftigtendatenschutz von großer Relevanz.

Wen betrifft der Beschäftigtendatenschutz?

Unter dem Begriff Beschäftigtendatenschutz sind alle Prinzipien und Vorschriften zu subsumieren, die mit der Erhebung, der Verarbeitung und der Nutzung von personenbezogenen Arbeitnehmerdaten oder Daten aus einem Beschäftigungsverhältnis zu tun haben.

Damit wird schnell deutlich, dass der Anwendungsbereich des Beschäftigtendatenschutzes begrenzt ist: Arbeitnehmer und Arbeitgeber, aber auch freie Mitarbeiter bzw. Freelancer oder Leiharbeiter bilden dabei die größte Gruppe, für die der Beschäftigtendatenschutz einschlägig ist.

Eine Definition dazu, wer als Beschäftigter gilt, findet sich § 26 Abs. 8 Bundesdatenschutzgesetz: Demnach gelten als Beschäftigte

  • Arbeitnehmer und Leiharbeitnehmer
  • Auszubildende und Praktikanten
  • Beschäftigte in anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen
  • Teilnehmer an Teilhabeprogrammen
  • Freiwillige gem. Jugendfreiwilligendienstegesetz bzw. Bundesfreiwilligendienstgesetz
  • Beschäftigte in Heimarbeit
  • Beamte, Richter, Soldaten und Zivildienstleistende
  • Bewerber und ehemalige Mitarbeiter.

Was beinhaltet der Beschäftigtendatenschutz nach DSGVO?

Nach dem Willen des europäischen Gesetzgebers ist nach dem Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung auch im Arbeitsleben eine Erhebung von personenbezogenen Daten nur unter engen Voraussetzungen rechtlich zulässig. Diese lassen sich auf drei wesentliche Vorgaben reduzieren:

  • Es liegt eine gesetzliche Grundlage vor, die die Erhebung der personenbezogenen Daten erlaubt.
  • Es werden nur solche Daten erhoben, die für das Arbeitsverhältnis unverzichtbar sind.
  • Betroffenen stehen die aus der DSGVO gewährten Rechte zu: Dazu zählt u. a. das Recht auf Berichtigung, Löschung sowie der Widerruf einer erteilten Einwilligung.

Welche Themen spielen beim Beschäftigten- bzw. Arbeitnehmerdatenschutz eine Rolle?

Auch, wenn beim Beschäftigtendatenschutz die erste Sorge den Personalstammdaten gilt – auch darüber hinaus gibt es zahlreiche Themenbereiche, die Probleme und Schwierigkeiten sowohl auf Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberseite verursachen können.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Surfen im Internet am Arbeitsplatz
  • Nutzung einer dienstlichen E-Mail-Adresse für private Mails
  • Auswertung von Bewerbungsgesprächen
  • Einsatz von GPS-Geräten für Mitarbeiter
  • Mitarbeiterbewertungen
  • Aufzeichnung von Mitarbeitergesprächen
  • Videoaufnahmen von Arbeitsplätzen
  • Einsatz von dienstlichen Geräten im privaten Bereich

Wichtig zu wissen
Die Datenschutzgrundverordnung räumt Beschäftigten jeder Art das Recht auf vollständige Transparenz der Daten ein. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, seine Beschäftigten darüber zu informieren, welche Daten gesammelt werden, zu welchem Zweck diese Daten gesammelt werden, wer Zugriff auf die Daten und ob und an wen diese möglicherweise weitergegeben werden.

Ein Datenschutzbeauftragter hilft bei der Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben

Der Beschäftigtendatenschutz ist elementar, wenn es darum geht, sich den eigenen Mitarbeitern gegenüber regelkonform zu verhalten. Das ist nicht immer ganz einfach: Insbesondere in großen Betrieben ist daher der Datenschutz häufig ein Thema von besonderer Brisanz und nicht selten sind gleich mehrere Mitarbeiter damit beschäftigt, den Datenschutz korrekt in die eigenen Prozesse einfließen zu lassen. Ein Datenschutzbeauftragter, der als externe Unterstützung hinzugezogen wird, kann hierbei eine wertvolle Hilfestellung geben – wenn nicht das Unternehmen als solches schon aufgrund bestimmter Umstände ohnehin zur Bestellung eines internen oder externen Datenschutzbeauftragten verpflichtet ist.

© 2019 Frank Hartung - Datenschutzbeauftragter und Sachverständiger für Datenschutz in Dessau-Roßlau